7. Besonders gefährdete Personen

b) Neugeborene:


Die Übertragung des HSV von der Mutter auf das Kind geschieht meist bei der Geburt.


Das Risiko für eine Übertragung ist am höchsten bei erstmaliger Infektion der Mutter:
Übertragungsrisiko bei Erstinfektion 30%
Übertragungsrisiko bei wiederkehrendem Herpes genitalis < 1%.


In der Schweiz werden 1-2 Neugeborene pro Jahr bei der Geburt mit HSV infiziert.


Bei bekanntem Herpes genitalis der Mutter muss das Neugeborene sorgfältig auf Zeichen einer HSV-Infektion untersucht werden.


Eine Infektion mit HSV bei der Geburt hat für das Neugeborene meist ernsthafte Folgen.

Die HSV- Infektion beim Neugeborenen manifestiert sich in drei möglichen Formen:

  1. Disseminierte Infektion mit Befall mehrerer Organe, wobei Leber und Lunge im Vordergrund stehen
  2. Auf das zentrale Nervensystem, also auf Gehirn und Rückenmark lokalisierte Erkrankung und
  3. Auf Haut, Augen und Mund lokalisierte Erkrankung

Jede Form macht etwa je einen Drittel der Fälle aus. Überlappung der Formen ist möglich. Bei manchen Neugeborenen mit disseminierter Infektion oder mit Befall des zentralen Nervensystems treten die Hautläsionen nicht oder nur spät im Verlauf auf. Dies erschwert die Diagnose und somit eine rechtzeitige Einleitung der antiviralen Therapie. Die Folgen sind fatal.

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Letzte Aktualisierung am: 20.08.2010